Der Verein

Von den Bürgern Worpswedes kam im August 2016 der Wunsch, einen Heimatverein zur
Planung und Verwirklichung der 800Jahrfeier im Jahre 2018 zu gründen.

Die Projektgruppe „800 Jahre Worpswede“ nahm den Wunsch auf und gründete den

Heimatverein Worpswede e.V am 04. Oktober 2016.

 

Die nunmehr nahezu 800jährige Geschichte der Ortschaft und der Gemeinde Worpswede ist im Ortsbild, in den Siedlungs- und Straßenverläufen, in den Häusern und Bauten sowie in den Erinnerungen und Dokumenten der vielen "Weyerbarger" Generationen von Jung bis Alt enthalten. Sie ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, aber durch eine systematische und lebendige Geschichtsarbeit erforschbar. Gestern, Heute, Morgen - die Ortsgeschichte nimmt die Ortsentwicklung vorweg, prägt politische Entscheidungen, grenzt historische Alternativen aus und verdrängt sie. Doch ihr Geist und die vielen Ideen ihrer Akteure über die Jahrhunderte hinweg können jederzeit verlebendigt und "innovativ" erinnert werden. Man kann und muss sicherlich auch vieles vergessen, aber doch immer "unter Aufsicht der Erinnerung". So wird Vergangenheit erfahrbare Zukunft, und Geschichtsarbeit vermittelt im Heute beide Bereiche als aktuelle Lebensgeschichte.

 

In der Gemeinde Worpswede bietet der noch junge Heimatverein Ideen, Arbeitsgruppen und Projekte eines zukunftsfähigen Bürger- und Geschichtsverständnisses, ein Ortsarchiv, die Kooperation mit historischen Vereinen und Initiativen, Fortbildungen und gemeinsame Unternehmungen.
 

Das Worpsweder Wappen

 

Seit Juli 2016 führt die Gemeinde Worpswede ein Wappen, in dem die Geschichte Worpswedes dargestellt wird.

Das Tragen eines Wappens im Schilde war das individuelle Zeichen des Ritters. Die übergeordneten Zeichen seines Herrn werden im Schildkopf dargestellt.

In unserem Wappen ist das die Darstellung der acht Bauernhöfe, die durch eine Lilie verbunden sind. Die erste urkundliche Erwähnung Worpswedes erfolgt am 21. Juli 1218. Im Jahre 1223 schenkt „Heinrich, Herzog von Sachsen und Pfalzgraf bei Rhein“, dem Kloster Osterholz „4 Hufen Landes zu Worpswede mit dem Obereigentumsrecht“. Etwa um 1225 schenkt „Markgräfin Mathilde von Brandenburg … das Eigentum der halben Insel Worpswede von vier Hufen Landes“ der Kirche zu Osterholz und bittet die Klosterbrüder, „sie und die Markgrafen Otto, Heinrich, Albert und Konrad von Landsberg ins Gebet mit einzuschließen.“

So hat Worpswede mit acht historischen Höfen seit 1225 wieder einen Grundherrn - das Kloster Osterholz.

Dieser Teil unserer Geschichte ist also im Schild dargestellt und zeigt zweimal vier Höfe. Die dazwischen stehende Lilie ist das Symbol der Mutter Maria und steht für das am 07. September 1196 eingeweihte Marienkloster Osterholz, in dessen Einzugsgebiet Worpswede lag.

Im Hauptfeld wölbt sich ein silberner Himmel über einen grünen dreigeteilten Hügel (Weyerberg), der die Geest- und Moorlandschaft symbolisiert, die prägende Kraft in Geschichte und Gegenwart. Die landschaftlichen Bedingungen zeigen Gemeinsamkeiten mit den anderen Dörfern der heutigen Gemeinde Worpswede.

Die innerhalb des grünen Hauptfeldes in einem Schild dargestellten drei kleinen Schilde verweisen auf das älteste Zunftzeichen in Deutschland. Es ist das Zunftzeichen der Maler. 1884 kam Fritz Mackensen auf Einladung von Emilie (Mimi) Stolte nach Worpswede. Er war begeistert von der Landschaft und der Möglichkeit, hier so zu malen, wie es sich die jungen Malstudenten vorstellten. Seine Freunde Otto Modersohn und Hans am Ende folgten ihm. Dazu gesellten sich Fritz Overbeck, Carl Vinnen und Heinrich Vogeler. Dieses war ein einschneidender Wendepunkt in der Worpsweder Geschichte.

Durch verschiedene Gebietsreformen wuchs das kleine Dorf Worpswede und wurde 1974 zusammen mit den sieben Dörfern Waakhausen, Überhamm, Hüttenbusch sowie Ostersode, Neu Sankt Jürgen, Schlußdorf und Mevenstedt das Verwaltungszentrum der Einheitsgemeinde Worpswede.

Und wieder haben die acht Höfe ein symbolische Wirkung. Sie stehen für vier Dörfer, gegründet vor der Moorkolonisierung und vier Dörfer gegründet in der Zeit der Moorkolonisierung ab 1750 durch die Königliche Kammer in Hannover.

Die kursiv dargestellten Texte sind dem „Urkundenbuch des Klosters Osterholz“ in der Bearbeitung von Hans-Heinrich Jarck, 1982 entnommen.

Die Gestaltung des Worpsweder Wappens kommt aus der Hand des Historikers Günther Bock aus Großhansdorf. Sie wurde dem Ortsarchiv Worpswede zur Vorlage beim Landesarchiv in Stade und dem Gemeinderat Worpswede zur Verfügung gestellt. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung im März 2016 die Nutzung des Wappens für Worpswede beschlossen.

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